15. Gaildorfer Stadtmalerin. Die Fotos entstanden in der Wohnungsruine, die sich hinter dem Stadtmaler-Atelier befindet.(R.Faerber) 흔적기록 중
15. Gaildorfer Stadtmalerin. Die Fotos entstanden in der Wohnungsruine, die sich hinter dem Stadtmaler-Atelier befindet.(R.Faerber) 흔적기록 중

 

받 뷔튼 베륵에 위치한 가일도르프. 15세기 성은 림부릌의 쉔크(Schenk)이다. 다시말해서 옛날에는 귀족들이 성에서 왕들을 돌보게 되는 공무직을 수행했다. 이 가일도르프성에 거주한 귀족도 이름처럼 잔을 채우는 공직자인 귀족이었다. 그 후 한때 1.2차대전을 치루면서 전쟁에 많은 피난민이 수용된 곳이기도 하다는데 지난 2014년 9월까지 가일도르프의 주민이 거주했다.

이곳은 현재 문화의 공간으로 개조되어 이용되고 레지던시의 공간으로도 제공된다.

작가는 일년간의 레지던시의 결과물을 4월 오픈스튜디오와 11월에 갤러리에서 선보이게 된다.

레지던시는 15 년 전부터 시작되어  4 년 전부터 작가와 지역주민과의 교류를 위해 화요일에서 금요일 12시에 카페에서 화요일과 금요일 20시에 크나이페에서 만남을 갖는 번거로움이 있다. 

좀 작가가 집중해서 작업하기엔 적합하지않은 단점이 있어 예술의 창조부문에만 지원하는 다른 도시의 레지던시와 차이를 둔다.

왜 예술에 장학제도를 두는지 목적을 모르는 사람들에 의해 운영된다면 순수예술행위에 오히려 장애가 되고 사고파는 상품 마케팅으로 전락될 수 있음을 다시 한번 되새기게 해주는 일년.

 

 Presse-Rundschau

http://www.swp.de/gaildorf/lokales/gaildorf/Wie-man-die-Welt-zum-Sprechen-bringt-Die-15-Gaildorfer-Stadtmalerin-ist-eine-Romantikerin;art5533,3034715

 

 

포토갤러리

http://www.swp.de/gaildorf/bilder/cme1213876,1800903

Wie man die Welt zum Sprechen bringt: Die 15. Gaildorfer Stadtmalerin ist eine Romantikerin (Rundschau 7.2.2015, R.Faerber)

Der Ausflug beginnt hinter dem Atelier. Die Tür öffnet sich zu einem großen Treppenhaus, dahinter erstreckt sich ein Flur mit kariösem Bretterboden, zur Seite fliehen Zimmerruinen voller Schutt, Malereien und rätselhafter Symbole, hier und da muss man auf den nackten Balken balancieren.

 

Der Ausflug beginnt hinter dem Atelier. Die Tür öffnet sich zu einem großen Treppenhaus, dahinter erstreckt sich ein Flur mit kariösem Bretterboden, zur Seite fliehen Zimmerruinen voller Schutt, Malereien und rätselhafter Symbole, hier und da muss man auf den nackten Balken balancieren. Kabel hängen an den Wänden, Tapetenreste. Jeong-Eun Lee sieht Schönheit und Geschichten.

Das Treppenhaus führt zu einer Etage mit noch mehr leeren Räumen und weiter hinauf unters Dach, wo's finster ist und man sich auf schwankendem Boden unsicher fühlt. Jeong-Eun Lee geht einen Gang entlang, nimmt noch ein paar Stufen und steht vor einer Tür, einer "Geheimtür", die in die "Stadtmalerwohnung" führt. Eine andere Treppe führt zu den Räumen der ehemaligen Ateliergemeinschaft im Alten Schloss und wieder hinunter zum Atelier und zum anderen Treppenhaus und das alles ist sehr labyrinthisch, sehr unlogisch und sehr, sehr schön.

Einen Schlossgeist soll's auch geben, hat Jeong-Eun Lee gehört, sie weiß aber nicht, ob er wach ist, ob sie ihn geweckt hat oder ob er überhaupt geweckt werden sollte. Die Tür zum Atelier jedenfalls verriegelt sie lieber, wenn sie mal wieder einen Ausflug ins Gemäuer unternommen hat. Ein bisschen unheimlich sei es nämlich schon, sagt sie.

Malerei und Zeichnung, Fotografie, Video, auch Objektkunst sind die Techniken, mit denen Jeong- Eun Lee arbeitet. Dabei ist sie eine ausgewiesene Romantikerin. Nicht im Sinne einer schwärmerisch-schwelgenden Romantik, sondern im Sinne einer Romantik, die danach trachtet, das Wesen der Dinge zu erkennen. Dass sie nun für ein Jahr in einem alten Schloss wohnen und arbeiten darf, empfindet Jeong-Eun Lee als großes Glück.

Die Vergänglichkeit atmet aus allen Räumen

Romantisch ist es natürlich auch. In der Epoche der Romantik stehe die Darstellung von Burgruinen sinnbildlich für das Vergängliche, sagt sie. Zugegeben: das Alte Schloss in Gaildorf ist keine Ruine im Wortsinn. Es wäre aber auf dem Weg zu diesem Zustand, wenn man nicht kontinuierlich restaurieren, sanieren, investieren würde. Die Vergänglichkeit atmet aus allen Räumen, Fluren und Treppenhäusern, aus Gemäuer, Schutt und Balken. Jemand war hier, vor Jahrhunderten vielleicht, hat hier gearbeitet, gewohnt, gelebt, geliebt und Spuren hinterlassen.

Also sieht Jeong-Eun Lee eine Aufgabe, gestellt vom Geist im Gemäuer: vergangenes Leben aufspüren, Alltagsreste entdecken, die von längst vergessenen Menschen hinterlassen wurden, sich Geschichte aneignen. Daraus, schreibt sie in einer Konzeptionsskizze, gelte es dann eine Arbeit zu entwickeln, die über das rein Dokumentarische hinausweist - "es muss sich dann herausstellen, welche Botschaft diese Dinge transportieren, ich muss versuchen, das leise Murmeln der Dinge zu etwas Vernehmbarem zu verstärken".

Jeong-Eun Lee - der Name wird Dschong Un Lie ausgesprochen - wurde 1969 in Südkorea geboren. Sie studierte Kunst in Seoul und ging dann nach Deutschland. Viele junge koreanische Künstler ziehe es nach Europa, berichtet sie. Sie habe erfahren wollen, wie und was dort gelehrt wird. Die Grundlagen und mehr brachte sie mit: Künstlerische Techniken waren wesentliche Inhalte des Studiums in Südkorea, selbst den Leim für die Leinwände lernte sie herzustellen. "Das ist gut", sagt Jeong-Eun Lee, "dann kann man's nämlich."

Ihre erste Station war Hannover. Sie kam an, schrieb sich ein und reiste wieder ab - es galt, einen Kontinent zu entdecken, zu zeichnen, zu fotografieren, Menschen kennenzulernen. "Ich habe eine völlig neue Welt vorgefunden", sagt Jeong-Eun Lee, die seit 2004 als freischaffende Künstlerin arbeitet. Und: "Was man in der Schule oder in der Hochschule lernt, reicht nicht. Man lernt durch Anschauung, durch Kontakt, durch Kommunikation." In Hannover studierte sie übergangsweise für vier Jahre und ging dann nach Hamburg zu dem Beuys-Schüler Klaus Böhmler.

Die Kunst ist ihr Zentrum, gelebt hat sie während des Studiums von Jobs. Jeong-Eun Lee arbeitete in Küchen, in der Altenpflege, in einer Großdruckerei. Als Student hast du viele Vorteile und bist überdies flexibel, erklärt sie, prädestiniert für die schnellen Jobs also, schnell rein, schnell raus, fürs Leben reicht's und angespart werden Erfahrungen.

Acht Jahre lang hat Jeong-Eun Lee bei Klaus Böhmler studiert. Sie ließ sich die Zeit, die sie benötigte, um sich zu entwickeln, und sie nimmt sich diese Zeit immer noch. Ihre Kunst resultiert aus ihrer Wahrnehmung, sie ist nicht Abbild, sondern Echo. Das Kunstwerk steht am Ende jenes Prozesses, der die eigentliche Kunst ausmacht. Es ist ein fortlaufender Prozess, ein Lebenskunstwerk, das endlos wächst und bei ihr bleiben soll. Sie verkauft ihre Arbeiten nicht gerne.

Teile davon waren unter dem Titel "Expedition in den Alltag" in Hamburg zu sehen: 60 Zentimeter lange Kiefernstäbe, die zu Flächen gefügt und mit Acryl bemalt werden. Die verschleiert wirkenden Bilder zeigen Landschaften und Städte, die Jeong-Eun Lee bereist hat. Auf unbemalte Flächen werden Videos projiziert, die sie aus fahrenden Zügen aufgenommen hat, und von Landkarten und Stadtplänen, auf denen Finger herumdeuten. Im "Off" hört man die Menschen erzählen, was sie dort erlebt haben beziehungsweise was sie erinnern.

"Wahrscheinlich werde ich viel malen"

Erinnerung ist ein weiterer zentraler Begriff in Jeong-Eun Lees Kunstverständnis. Die Wahrnehmung wird durch Erinnerung mehrdimensional, ergänzt durch Informationen, Assoziationen, Geschichten, durch die verstreichende Zeit. "Ich thematisiere in meiner Arbeit das Erinnern als Phänomen, wie Wahrnehmung zur Erinnerung und dadurch zu einer Vorstellung von der Realität wird." Jetzt geht sie durch Gaildorf, durch die Landschaften des Limpurger Landes, durchs Alte Schloss und sammelt. Jeong-Eun Lee zeichnet, schreibt, fotografiert, filmt, und daheim im Atelier erinert sie sich und lauscht . . . "Wahrscheinlich werde ich viel malen", sagt sie.

Die 15. Gaildorfer Stadtmalerin mit (von links) Bürgermeister Frank Zimmermann, Rolf Deininger und Stadtrat Martin Zecha im Stadtmaler-Atelier im Alten Schloss. Hier wird Jeong Eun Lee für ein Jahr arbeiten.
Die 15. Gaildorfer Stadtmalerin mit (von links) Bürgermeister Frank Zimmermann, Rolf Deininger und Stadtrat Martin Zecha im Stadtmaler-Atelier im Alten Schloss. Hier wird Jeong Eun Lee für ein Jahr arbeiten.

Die 15. Gaildorfer Stadtmalerin mit (von links) Bürgermeister Frank Zimmermann, Rolf Deininger und Stadtrat Martin Zecha im Stadtmaler-Atelier im Alten Schloss. Hier wird Jeong Eun Lee für ein Jahr arbeiten. Foto: Richard Färber    프랑크 짐머만 가일도르프 시장 아뜰리에 방문

Stadtmalerin Jeong-Eun Lee (Zweite von links) führt ihre Gäste und Freunde durchs Atelier.  Foto:BRIGITTE HOFFMANN
Stadtmalerin Jeong-Eun Lee (Zweite von links) führt ihre Gäste und Freunde durchs Atelier. Foto:BRIGITTE HOFFMANN